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Selbst, 1928



Die Elbe im Eis



Elbe nach 1933





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Kunstausstellung Gretchen Wohlwill

30. August bis 3. Oktober 2009

Gemeindehaus der Blankeneser Kirche am Markt, Mühlenberger Weg 64a
Eröffnung mit einer Einführung von Frau Dr. Maike Bruhns
Sonntag, 30. August, 17 Uhr bei einem Glas Wein

Öffnungszeiten:
Montags bis Freitags 9 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr
Samstags 10 bis 13 Uhr
Eintritt frei

Ausstellungsgespräch mit Thomas Sello
Mittwoch, 16. September, 20 Uhr

Finissage – Vortrag von Prof. Matthias Brandis,
einem Neffen der Malerin „Die Wohlwills in Hamburg“ und Film von Christiane Zwick über die Aufdeckung und Restaurierung der in der Nazizeit übermalten Wandbilder von Gretchen Wohlwill.
Samstag, 3. Oktober, 18 Uhr


Zum fünften Mal veranstaltet der Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Kunst der Evangelischen Kirche am Markt eine Ausstellung mit Werken jüdischer Maler und Malerinnen, die in Blankenese gelebt und gearbeitet haben. Vom 30. August bis 3. Oktober 2009 zeigen wir im Gemeindehaus Bilder von Gretchen Wohlwill.

Gretchen Wohlwill, 1878 in Hamburg geboren, stammte aus jüdischer Akademiker-Familie. Der Vater war ein angesehener Chemiker, die Schwester Pianistin, die Brüder Professor und Unternehmensdirektor. Das Kunststudium absolvierte sie bei Ernst Eitner und Arthur Illies an der Hamburger Kunstschule Valeska Röver, sodann an den Pariser Akademien, unter anderem bei Henri Matisse. Im Selbststudium erwarb sie 1909 das Zeichenlehrerexamen in Berlin und unterrichtete seit 1911 als angesehene Kunsterzieherin an der Emilie-Wüstenfeld-Schule in Hamburg. Die Freizeit nutzte sie für Malerei.

1919 gründete sie die Hamburgische Sezession mit, beteiligte sich bis 1933 an den Jahres-Ausstellungen und wurde eine bekannte Malerin. Auf Studienreisen malte sie in vielen europäischen Ländern, nach der Bekanntschaft mit Eduard Bargheer ab 1927 mit ihm zusammen.

Mit der nationalsozialistischen Herrschaft änderte sich ihr Leben von Grund auf. Sie wurde 1933 wegen ihrer jüdischen Abstammung aus dem Schuldienst entlassen und zog sich nach Finkenwerder zurück. 1939 lebte sie ein halbes Jahr in einem Gartenhaus in Blankenese. Nach langem Zögern emigrierte sie 1940 mit 62 Jahren zu ihrem Bruder nach Lissabon und führte nach dessen Übersiedlung in die USA ein entbehrungsreiches Emigrantendasein in Portugal. 1952 kehrte sie nach Hamburg zurück, wo sie 1962 starb. Ein kleiner Katalog würdigt ihr Leben und Werk, besonders die Blankeneser Zeit.